Bad Boll


".... eine Heilquelle namentlich gegen die Grätze"

sicherlich nicht nur wegen des Fischreichtums, einst war die Wutach als eines der forellenreichsten Gewässer im südlichen Schwarzwaldes weit über die Grenzen hinaus bekannt, sondern auch die fazinierende Fauna mit ihrem Reizklima zog Reisende und Erholungssuchende schon früh in seinen Bann.
Alten Aufzeichnungen zufolge wurde bereits seit dem 17. Jahrhundert das Wasser einer nahegelegenen Quelle von den Herren von Tannegg zu Heilzwecken eingesetzt. Das mineralhaltige Wasser wurde von den Bewohnern der näheren Umgebung u.a. zur Linderung ihrer Hauterkrankungen verwendet.
1840 errichtete Anton Kromer, der damalige Besitzer des Anwesens ein Badehaus.
altes Badehaus in Bad BollBereits 10 Jahre später wurden in dem Haus jährlich über 900 Bäder und Molkekuren verabreicht, was für die damalige Zeit nicht unerheblich war. Aufgrund der zunehmenden Bekanntheit der Badeanstalt wurde 1880 damit begonnen das Flussbett der Wutach an den linken Rand der Schlucht zu legen.
Kapelle von Bal BolllDecke der Kapelle von Bad Boll1887 wurde Bad Boll von dem ehemaligen Freiburger Oberbürgermeister Karl Schuster erworben und für den Kurbetrieb mit gehobenen Ansprüchen ausgebaut.
Badeanstalt Bad Boll um die Jahundertwende 18./19.Zu dieser Zeit setzten Ärzten besonders bei der Behandlung von Hauterkrankungen, Rheumatismus, Brustleiden, Neuralgien und Nervenkrankheiten auf die heilende Wirkung dieses Badebetriebes. Mit der Fertigstellung der Hölltalbahn 1888 kam es zu einem enormen Aufschwung des Kurortes, dessen Hochzeit bis zirka 1914 dauerte.
Reste des ehemaligen Untersees auf dem die feinen Herrschaften in Gondeln fuhrenKarl Schuster baute auf eigene Kosten einen Teil des ehemaligen Flussbettes zu einem kleinen Stausee, dem "Untersee", mit Gondelbetrieb aus und veräußerte 1894 das Anwesen an den ‚Fishing Club Limited London’.
Teilstück der ehemaligen Uferpromenade von Bad BollDie Rechnung wurde aber letztendlich von der Wutach gemacht. In mehreren Hochwassern um die Jahrhundertwende holte sich die Wutach ihr ehemaliges Flussbett wieder zurück. Auf Grund Ihrer zunehmenden Verschlechterung der Wasserqualität durch die immer stärker werdende Industrialisierung nahm der Fischreichtum rapide ab und so verkaufte der Fischereiclub die Liegenschaft. 
1975 brannte das damals als Klinik genutzte Hauptgebäude nieder. Der Rest der Anlage diente danach noch bis 1977 als Stützpunkt für Wanderer. Die übrigen Gebäude wurden später abgetragen und seit 1991 gehört das Areal zum Naturschutzgebiet.